Die Kirche hat Bücher immer hoch geschätzt

Ein kurzes Gespräch auf dem Kirchplatz in Bad Wünnenberg am Sonntagmorgen nach dem Gottesdienst. „Geht’s jetzt zum Mittagessen?“ – „Ja, aber erst in die Bücherei!“ – so die Planung einer Familie.
Und da ist durchaus ein roter Faden – wird uns doch in der Liturgie Gottes Wort verkündet, wie es uns in der BIBEL (griech: biblia), dem BUCH DER BÜCHER überliefert ist.

 

„UND DAS WORT IST FLEISCH GEWORDEN“ (Joh 1, 14a) können wir in einem dieser Bücher lesen – also Mensch, nicht Buchstabe oder Buch oder CD oder Datenträger… Wenn also das Christentum nicht ganz ursprünglich eine Buchreligion ist, so bezeugt doch die Hl. Schrift dieses uns Menschen nahe gekommene Wort Gottes – JESUS CHRISTUS.

Die Kirche hat Bücher immer hoch geschätzt – heute erfreuen uns noch immer die mittelalterlichen Klosterbibliotheken; zugleich hat sie aber auch viele Bücher zu „verbotenen“ erklärt, die nur „Eingeweihte“ lesen durften.
Wie nach der Reformation im 16. Jahrhundert der hl. Karl Borromäus durch das Buch versuchte, Orientierung zu geben in Fragen des Glaubens, so versuchten die katholischen öffentlichen Büchereien nach dem Beginn der Demokratisierung in Deutschland im 19. Jahrhundert, Rat und Hilfestellung zu bieten für alle Lebenslagen – auch im Glauben.

Bemerkenswert ist, dass bereits 1861 – also kurz nach der Gründung des Borromäusvereins in Bonn im Jahr 1845 – in Wünnenberg dieses Anliegen mit der Gründung einer Bücherei aufgegriffen wurde und bis heute lebendig geblieben ist.
Gerade in den letzten Jahren hat sich die Medienwelt gewaltig verändert. Unsere Bücherei ist diesen Weg ins Hightech- Zeitalter mitgegangen. Zugleich warnen Bildungsstudien vor den Schattenseiten dieser „Moderne“ in Gestalt einer audiovisuellen Dauerberieselung. Unsere Bücherei lädt Sie/Euch ein zu mehr Beachtung der geforderten Lesekultur gerade auch im Kinder- und Jugendalter –  dem Leitwort der Gründerzeit entsprechend: „Lesen bildet“.

Denen, die dieses Bildungsprogramm ermöglichten und ermöglichen, danke ich herzlich im Namen der Pfarrei St.Antonius und des Pastoralverbundes Wünnenberg.

Herbert Droste
Pfarrer