Die Pfarrkirche St. Antonius

Mitten in der Oberstadt reckt unser Kirchturm seine malerische „Welsche Haube“ mit Kreuz und Hahn hoch über Dächer und Bäume empor.Das Äußere zeigt schlicht verputzte Bruchsteinwände mit Strebepfeilern.

Rechts und links neben dem Portal stehen kräftige Säulen. Über dem Eingang hält eine lateinische Inschrift Namen und Titel des Erbauers fest, ebenso die Jahreszahl.

Die Übersetzung der Inschrift lautet:

Gott . dem Allmächtigen – dem Allerhöchsten – Geheiligt –

Ferdinand, von Gottes Gnaden Bischof von Paderborn,
Koadjutor von Münster, des Heiligen Römischen Reiches Fürst,
Herzog von Pyrmont und Freiherr von Fürstenberg,
hat, der Wohltaten eingedenk,
diese Kirche dem hl. Antonius von Padua, dem Bekenner,
da die alte Kirche durch eine plötzliche Feuersbrunst
zugleich mit der ganzen Stadt verheert war, von Grund auf erbaut.
Anno M DC LXXVIII = 1678

Über dieser Inschrift prangt unter einem Rundfenster das Wappen der Fürstbischöfe von Paderborn.

Das Innere gibt sich als gewölbte dreijochige Halle mit bogenförmigen Quergurten, zwischen denen die Kreuzgewölbe eingespannt sind. Die Schlusssteine tragen Wappenschmuck, einer ist als Ring ausgeformt. Der Chor hat 3/8 Schluss.

Dieser Baukörper ist in neuerer Zeit zweimal erweitert worden: 1929 baute Pfarrer Runig die Sakristei, und 1977 wurde unter Pfarrer Klein der große zum Altar hin geöffnete Anbau errichtet.

Einfache, rundbogige Fenster geben dem Altbau viel Licht, während der Neubau durch große Künstlerfenster mit Darstellungen aus dem Leben des hl. Antonius seht gut erhellt wird.

In den Jahren nach der Neuerrichtung von 1678 wurde unsere Kirche von ihren Gönnern reich ausstaffiert.

Die ältesten Pfeifen der Orgel stammen aus dieser Zeit.

Der fürstbischöfliche Hofmaler J. G. Rudolphi schuf in holzgeschnitztem Rahmen das prächtige „Lichtmessbild“ mit der Darstellung Jesu im Tempel, das heute Bestandteil des ebenfalls holzgeschnitzten Altars aus etwa 1724/25 ist, seit Bild und Altar 1934 unter Hinzufügung stilgerechter Säulen zu einer Einheit zusammengefasst worden sind.

Hoch oben segnet St. Antonius seine Gemeinde.

Die Kommunionbank aus dem Jahre 1724 befindet sich jetzt in der vordersten Betbank.

Der bemerkenswerte Taufstein dürfte etwa derselben Zeit entstammen.

Die kostbare Marienstatue, eine Strahlenmadonna, die wohl aus dem Kloster Dahlheim kommt, konnte mit Hilfe der privaten Eigentümer nach dem 2. Weltkrieg hier aufgestellt werden.

Beachtung findet auch die Sonnenuhr aus dem Jahre 1720, eine auf Schieferplatte kunstvoll gefertigte Arbeit, welche Jahreszeit und Tagesstunde angibt. Sie zeigt nicht nur an, „was die Stunde geschlagen hat“, sondern auch  den Lobpreis anstimmt. Die  Inschrift lautet: A solis ortu usque ad occasum laudabile nomen domini = Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobt der Name des Herrn!

Der Kirche gegenüber steht das Pfarrhaus aus Jahre 1930.

Über dem Eingang erzählt eine Inschrift:

„Unser Gott schaue als Beschützer!“
Dieses Hl. Wort, dass das vorhergehende Haus,
das im Jahr 1726 errichtet wurde, trug,
möge auch für dieses Haus,
– das im Jahre 1930 aufgebaut wurde –
gelten und es mit seinem Geist durchdringen.
Dies erbittet – ein Diener des gleichen Namens -,
wobei der Patron – der hl. Antonius von Padua –
dieser Kirche als Vermittler eintritt.

Und oben grüßt der hl. Petrus, dem die Schlüssel des Himmelreiches übergeben sind.