Bildstock am Stadtberg

Das Heiligenhäuschen soll unter einer alten Femelinde erbaut worden sein. Unter einer Femelinde wurde Gericht gehalten und dieses Femegericht war zuständig für die Orte im weiten Umkreis von Wünnenberg. Der Stadtkämmerer Hüeck hat dieses Heiligenhaus zur Ehre der "Mutter-Gottes" und zum Dank für seine liebenswerte, geschickte Ehefrau Johanna Christina Löer, gebaut, wie hier aus der lateinischen Inschrift hervorgeht. Es sollte zunächst der Wünnenberger Sandstein dafür verwendet werden, der sich aber als zu weich erwies, so wurde der festere und etwas rötliche Sandstein aus Warburg hierher transportiert, was sicherlich ein erheblicher Aufwand gewesen ist. Die Marienstatue in der Nische ist schon einige Male durch eine neue ersetzt, und der Bildstock ist vor Jahren restauriert worden. Die lateinische Inschrift war fast nicht mehr lesbar und das Kreuz und die rechte Kugel waren abgebrochen. Die mächtige Linde wurde von einem Blitzschlag getroffen und ist auseinander gebrochen, sie wurde aus Sicherheitsgründen ganz entfernt, was man aber schon bereut hat, denn die Linde ist der einzige Baum der die Fähigkeit hat wieder auszuschlagen. Das ist nämlich mit der Linde an einem anderen BildstockWünnenbergs, die auch vom Blitz getroffen war, geschehen, dort steht heute wieder ein prächtiger Lindenbaum, dafür ist der darunter stehende Bildstock nicht mehr da, dieser wurde bei der Verbreiterung der B480 beschädigt und dann einfach abgerissen.

 

Das immer in der Nische zur Ehre der Muttergottes brennende Licht war auch eine willkommene Lichtquelle für den dunklen Stadtberg-Weg, denn es gab früher keine Straßenbeleuchtung.

Generationen von Wünnenbergern sind diesen Weg an der Muttergottes vorbei zur Kirche gegangen, zu Kindtaufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Wie viele Schulkinder sind hier vorbeigekommen, die Unterstädter Kinder die damals täglich an der hl. Messe teilnehmen mussten und die Oberstädter Kinder zum täglichen Schulgang. Wie mancher wird vor Klassenarbeiten und Prüfungen ein Stoßgebet an die Muttergottes gerichtet haben. Es ist ein schöner Platz, den die Muttergottes in der Mitte zwischen den beiden Stadtteilen hat.

Informationsquelle: Mariele Jonas